Aufarbeitungsstudie zu sexualisierter Gewalt: Einladung zur Mitwirkung

Seit Februar 2026 befasst sich ein Forschungsprojekt mit der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt, die ab den 1970er Jahren bis ca. 2011 in der Communität Koinonia und der Geschwisterschaft Koinonia e.V. stattgefunden hat. Durchgeführt wird die wissenschaftliche Studie am Institut für Religionswissenschaft und Religionspädagogik der Universität Bremen. Finanziert wird sie über eine Forschungsförderung von der Landeskirche Hannover und ist damit inhaltlich und personell kirchenunabhängig.

Ziel des Projekts ist es, ein umfassendes Verständnis der Formen von sexualisierter Gewalt und spirituellem Missbrauch, die in der Gemeinschaft stattgefunden haben, zu erarbeiten. Dabei stehen die gemeinschaftlichen, gesellschaftlichen und kirchlichen Strukturen, die den Missbrauch und die Gewalt begünstigt und verdeckt haben, im Fokus. Sexualisierte Gewalt und spirituellen Missbrauch betten wir daher in ein breites Verständnis von Machtmissbrauch und institutioneller Gewalt ein.

Wir arbeiten mit Methoden der qualitativen Sozialforschung: insbesondere mit biographisch orientierten Interviews mit Betroffenen sowie weiteren Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und mit Dokumentenanalyse. Wir sind an Geschichten von Betroffenen interessiert, aber auch an den Erfahrungen aus dem Umfeld der Koinonia und von Ehemaligen. In der Ergebnispräsentation wird es nicht um Einzelfälle gehen, sondern um die Darstellung der Strukturen. So bleibt die Anonymität der Mitwirkenden gewahrt.

Ihre Mitwirkung
Damit ein möglichst umfassendes Bild entsteht, sind wir darauf angewiesen, nicht nur Akten zu studieren, sondern mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu sprechen. Wir laden daher direkt und indirekt Betroffene, ebenso wie Personen aus dem kirchlichen und sonstigen Umfeld der Communität und der Geschwisterschaft Koinonia bzw. ihrer Mitglieder ein, mit uns Kontakt aufzunehmen.

Mit Ihrem Beitrag können Sie helfen, das durch die sexualisierte Gewalt und den spirituellen Missbrauch entstandene Leid anzuerkennen und bearbeitbar zu machen. Ihr Wissen trägt dazu bei, dafür zu sensibilisieren, wie solche Übergriffe möglich werden. Sie können damit zum Entstehen eines Umfelds beitragen, in dem Spiritualität sicher gelebt und entfaltet werden kann.

Auch wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie etwas beizutragen haben, können Sie sich an uns wenden. Wir geben auch gerne bei weiteren Fragen zur Studie Auskunft. Ihre Daten behandeln wir jederzeit vertraulich und sichern Ihre Anonymität zu!

Wenn Sie an der Studie mitwirken möchten, melden Sie sich gerne bei uns:

Prof. Dr. phil. Gritt Klinkhammer
klinkhammer@uni-bremen.de
Tel.: +49 (0) 421 218 67900

oder

Dr. phil. Anne Beutter
anne.beutter@uni-bremen.de
+49 (0) 421 218 679 24

Missbrauch und sexualisierte Gewalt

Aktuell berichten Medien über Vorwürfe sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch durch Wolfgang K., Gründer und ehemaliger Leiter der Communität Koinonia sowie ehemaliger Reisesekretär der Communität und Geschwisterschaft. Die Landeskirche Schaumburg-Lippe und die Landeskirche Hannover haben ein Disziplinarverfahren eingeleitet und planen eine Aufarbeitungskommission. Wir begrüßen es sehr, dass sich Betroffene öffentlich geäußert haben, und beteiligen uns am Prozess der Aufarbeitung.

Von den Vorwürfen haben wir bereits 2012 erfahren und die Landeskirche Hannover informiert. Damals wollten die Betroffenen allerdings anonym bleiben, so dass keine offiziellen Schritte eingeleitet werden konnten. Intern haben wir jedoch Konsequenzen gezogen: Wir haben uns von Wolfgang K. getrennt. Er hat seit 2012 bei uns keinerlei Ämter mehr. Wir distanzieren uns von jeder Art sexualisierter Gewalt, Machtmissbrauch und spirituellem Missbrauch. Die Geschwisterschaft und die Communität sind jeweils Schritte der Aufarbeitung und Neuausrichtung gegangen.

Update 24. September 2024: Wolfgang K. ist am 20. September 2024 nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.

Auslandspraktikum in der Communität in Mafikeng/Südafrika

Wir laden junge Frauen und Männer ein, für drei Monate das Leben, die Arbeit im Haus und in den Projekten der Gemeinschaft vor Ort zu teilen. Konkret heißt das: für diesen Zeitraum mit den Geschwistern mitzuleben und in einem der beiden Kindergärten von Tsibogang mitzuarbeiten.

Die Kindergärten der Nichtregierungsorganisation „Tsibogang Christian Action Group“ arbeiten mit Montessori-Material. Nachmittags findet im Kindergarten das sogenannte After-school-Program statt, wo es um Hausaufgabenhilfe geht. Auch Sport und Spiele werden im After-school-Program angeboten.

Die lokale Sprache ist Tswana, die Jugendlichen kommunizieren mit den Kindern auf Englisch.

Für Jugendliche, die einen therapeutischen Beruf anstreben, gibt es die Möglichkeit, die Physiotherapeutin Undine Rauter zu begleiten und ihre Arbeit in dem ländlichen Gelukspan Hospital kennenzulernen. Dort finden verschiedene Rehabilitationsprogramme für Kinder, Eltern und Jugendliche statt, unter anderem “GBT Mongoose”- Rollstuhlbasketball.

Das Praktikum wird intensiv während eines Seminars in einem der deutschen Häuser der Communität vorbereitet.

Kontakt
Communität Koinonia in Südafrika: koinia@telkomsa.net
Ulrike Wandtke, Communität Koinonia Heidelberg: uwandtke@communitaet-koinonia.de